Was ist Neurodermitis?
11 Thesen – auch bei Asthma und Allergien gültig
zusammengetragen von Jürgen Pfeifer
These 1:
Es ist falsch, die Neurodermitis als eine „Hauterkrankung“ zu bezeichnen, denn bei dieser Krankheit handelt es sich um eine im ernährungsbedingten Stoffwechsel angesiedelte Erkrankung, bei der diverse Faktoren zusammenspielen.
These 2:
Zu diesen benannten Faktoren kann man einen nachweisbaren Bruchteil auflisten:
a) genetische Disposition (Vererbung)
b) gestörtes Immunsystem
c) psychosomatische Aspekte
d) gestörte Darmflora (wird quasi bei allen Patienten diagnostiziert)
e) Störungen im ernährungsbedingten Stoffwechsel
f) allgemeine Hautschwäche
g) konstitutionelle Veranlagung
These 3:
Neurodermitis ist eine Krankheit im so genannten atopischen Formenkreis und geht oft einher mit:
Asthma, Nesselsucht, Heuschnupfen und Allergien.
Hierbei sollte eine Allergie nie im gleichen „Atemzug“ wie die Neurodermitis genannt werden, es neigen nur ca. 40 bis 50 % der Neurodermitiker gleichzeitig zu Allergien auf verschiedenstes Allergene, und von denen gibt es bis zu 50.000.
These 4:
Neurodermitis ist nicht heilbar!
Aufgrund der genetischen Disposition, also einer Vererbung, was wir im Rahmen einer Befrageaktion von 5.000 Patienten schon vor Jahren nachgewiesen haben, kann man die Krankheit nicht heilen. In die genetische Disposition kann man nicht eingreifen.
Inzwischen ist die Vererbung auch wissenschaftlich nachgewiesen.
Ziel muss und kann es nur sein, die Erkrankung in eine symptomfreie Phase zu bringen und zu halten.
Und das ist möglich!
These 5:
Die Neurodermitis zeigt sich auf der Haut.
Diese Hauterscheinungen können sich an typischen Stellen, z. B. in den Arm- und Kniebeugen zeigen, sie können sich aber auch vom berühmten „Scheitel bis zur Sohle“ ausbreiten.
Ein oftmals unerträglicher Juckreiz lässt den Kranken sich die Haut bis auf das Blut aufkratzen.
Dieser Juckreiz entsteht offenbar auch dann, wenn fehlverstoffwechselte Nahrung von der Leber über die Lymphe an die Haut transportiert wird, sich im Zwischengewebe festsetzt und über das Kratzen aus der Haut manuell ausgeleitet wird.
In aller Regel stellen die Betroffenen fest, dass der Juckreiz zwischen 23:00 Uhr und 03:00 Uhr am stärksten ist – in dieser Zeit arbeitet die Leber am energetischsten.
Bekanntlich ist unsere Haut nicht nur unser größtes Atmungsorgan, sondern über die Haut werden, über das lymphatische System, Schlacken abtransportiert und über die Membranwirkung der Zelle ausgeschieden.
Nach Aufkratzung der Haut können benannte Schlackenstoffe über Blut- und Lymphflüssigkeit aus dem Körper fließen.
Jeder Neurodermitiskranke weiß, dass nach derartig starken Kratzattacken der Juckreiz für einige Zeit verschwindet, so lange bis sich die Schlackenstoffe wieder erheblich eingelagert haben.
These 6:
Neurodermitis ist nicht ansteckend! Hierauf sollte die Umwelt in Kindergarten, Schule, Beruf sowie die Bekannten und Verwandten immer wieder hingewiesen werden, um unnötige Isolationen zu vermeiden.
These 7:
Es ist ein oft erzähltes "Märchen" diverser Therapeuten, dass die Neurodermitis vor, während oder nach der Pubertät verschwindet.
Hier liegt ganz klar der Beweis vor, dass gerade Phasen hormoneller Veränderungen die Krankheit oftmals zum Ausbruch bringen.
Richtig ist, dass asthmatisch belastete Kinder dieses Krankheitsbild oftmals im Lebensalter zwischen 7 und 10 Jahren verlieren. Warum ist ungeklärt.
These 8:
Die Neurodermitis wird nur höchst selten bei der Geburt mit auf die Welt gebracht.
Sie benötigt einen „Stupser“ als „Auslösemoment“.
Die am häufigsten beobachteten Auslösemomente sind:
a) das Abstillen
b) Beginn der Gläschenernährung
c) Impfungen im Säuglings- bzw. Kleinkindalter (Impfung ja oder nein – bitte
rufen Sie uns an – denn das Nichtimpfen birgt auch große Risiken und
Gefahren, über die wir sprechen sollten)
d) Antibiotische Behandlungen wegen bakterieller Infekte
e) amalgamsanierte Zähne der Mutter
f) die pubertäre Phase
g) die Antibabybille
h) die Wechseljahre der Frau
i) der hormonelle Lebensabend jenseits des 60. Lebensjahres.
j) intensive Darmdysbiosen (teilweise seit Geburt – z. B. nach Kaiserschnitt)
Hinzu kommen noch schwere Erkrankungen, die das Immunsystem überstrapazieren, psychische Dauerstresssituationen und Schwangerschaften.
Hierzu ist anzumerken, dass in nur ganz wenigen Fällen die psychische Komponente als eigentlicher Auslöser der Erkrankung beobachtet bzw. klar nachgewiesen werden konnte.
These 9:
Es ist kein Beweis angetreten, dass nur Umweltfaktoren verantwortlich sind, dass heute die Neurodermitis mit einer derartigen Häufigkeit und immer stärker in generalisiertester Form verläuft.
Dieses können wir aber bei den Allergien schlechthin beobachten.
These 10:
Im Ernährungsbereich und das, was uns heute die Lebensmittelindustrie an Nahrungsmitteln anbietet, sehen wir zur These 9 die größte Verursachung.
Es gibt heute kaum mehr unbehandelte und von der Chemie verschonte Nahrungsmittel. Der Kunde wünscht heute vor allem optisch einwandfreie Lebensmittel. Er wird immer bequemer und bevorzugt mehr und mehr Nahrungsmittel, die fast tellerfertig sind.
Dieses hat alles seinen Preis, denn derartige Lebensmittel sind daraufhin behandelt, dass sie möglichst lange haltbar sind und auch nach längerer Lagerung optisch noch gut aussehen und schmackhaft bleiben.
Dieses gelingt nur über Konservierung, Emulgatoren, Geschmacks- und Farbstoffe. Der Mensch ist letztlich keine „Sondermüll-Verbrennungsanlage“, und die vorgenannten Faktoren haben eine intensive negative Auswirkung auf die Darmflora.
Man geht davon aus, dass sich heute in der herkömmlichen Nahrung bis zu 8 000 chemische Substanzen Verarbeitung finden können, die eine lebensmittelrechtliche Zulassung haben.
These 11:
An Neurodermitis leiden derzeit allein in der Bundesrepublik ca. 5 bis 6 Millionen Menschen. Die Zuwachsrate wird auf jährlich 7 bis 10 % beziffert.
Von Krankenkassen geschätzt leiden etwa 30 Millionen Menschen an Allergien. Die Ärzteschaft ist oftmals ratlos. Überwiegend werden diese Krankheiten mit Zytostatika, Cortison, Antibiotika, Antihistaminika (verabreicht als Salben/Cremes, Tabletten und Injektionen) über Klimakuren und Krankenhausaufenthalte „bekämpft“.
Neurodermitis wird auch genannt: Endogenes Ekzem, atopische Dermatitis, konstitutionelle Dermatitis oder Ekzem, Säuglingsdermatitis; um hier nur die geläufigsten Bezeichnungen zu nennen.
Neurodermitis ist nicht mit der Psoriasis (Schuppenflechte) zu verwechseln.
Es ist falsch, diese beiden Krankheiten als „Geschwisterkrankheiten“ zu bezeichnen. Die Psoriasis ist eine der ca. 400 bekannten Krankheiten im so genannten „rheumatischen Formenkreis“, geht oft einher mit Rheuma, Arthrose und Gicht.
