Psoriasis vulgaris

Die Psoriasis vulgaris ist eine entzündliche Hauterkrankung, die entweder akut auftritt, oder von chronisch stationärem Verlauf gekennzeichnet ist.

Einerseits gibt es Anzeichen einer erblichen Disposition, andererseits ist die Psoriasis der klassische Typ einer multifaktoriellen Erkrankung, d.h. die Herde auf der Haut können ausgelöst werden durch Stress, psychische Belastung, Druck, im weitesten Sinne mechanische Reizung und Infekte. Sie ist gekennzeichnet durch entzündlich gerötete scharf begrenzte Krankheitsherde unterschiedlichster Ausprägung mit einer charakteristischen silbrig glänzenden Schuppung.

 

Die geröteten, schuppigen Herde können sich auf wenige Areale begrenzen, können aber auch zu großen Flächen konfluieren, oder selten auch einmal universell ausbreiten.

 

Eine Nagelbeteiligung ist relativ häufig, die Erkrankung ist in etwa 20% der Fälle durch eine zusätzliche Gelenkerkrankung gekennzeichnet, die stark dem klassischen Rheuma ähnelt.
Die Psoriasis kann auch auf einige Körperareale streng begrenzt bleiben, z.B. als plantare Psoriasis (nur die Fußsohle).

 


1-2% der Bevölkerung sind an Psoriasis erkrankt. Psoriasispatienten machen 6-8% der Patienten in den dermatologischen Kliniken aus. Auch klimatische Einflüsse bestehen, so sind bspw. in tropischen
und subtropischen Klimazonen solche Erkrankungen deutlich seltener. Weiße Rassen erkranken am häufigsten, gelbe Rassen weniger häufig, schwarze Rassen selten und die rote Rasse kennt die Psoriasis praktisch nicht.

Keine Altersstufe ist von der Psoriasis ausgenommen, wenn auch das Auftreten in früher Kindheit oder im späten Alter selten ist.
Typisch für die klassische Psoriasis ist die familiäre Häufung. Ist ein Elternteil an Psoriasis erkrankt, können 10-20% der Nachkommen an Psoriasis erkranken. Sind beide Elternteile erkrankt, erhöht sich
die Fallzahl auf etwa 50%.
 

Man unterscheidet zwei Typen der Psoriasis:


- den Typ I der durch das Auftreten bestimmter HLA Antigene gekennzeichnet ist (das HLASystem dient dem Schutz des eigenen Gewebes vor Autoaggression).

Der Verlauf dieser Psoriasis ist meist schwieriger.


- Die Typ II Psoriasis mit spätem Beginn, bei der die Beeinflussung des HLA-Systems nur gering vorliegt.
 

Eine Psoriasis kann provoziert werden durch physikalische Noxen, chemische Noxen und entzündliche Dermatosen.

Auch endogene Provokationen von Psoriasis können vorkommen, wie Infektionserkrankungen, besonders Streptokokkeninfektionen, Arzneimittel, Betablocker, Lithium Interferone, das plötzliche Absetzen von Arzneimitteln z.B. von Cortisonen, Gravidität oder Entbindung, verringerter Calciumspiegel, Diät, Alkohol, Stress und psychogene Faktoren.


In der Haut von Psoriasispatienten lassen sich häufig bestimmte Anti Mikrobielle Peptide (Eiweiße) nachweisen die eine besondere Aktivität zeigen gegen Escherichia coli, Staphylococcus aureus, Pseudomonas aeroginosa, Candida albicans, Acinetobacter, Propionibakterium acnes, Streptococcus piogines, Streptococcus pneumoniae.

Außerdem konnten in jüngerer Zeit diese AMP nachgewiesen werden gegen Enterococcus faecalis, Escherichia coli, Staphylococcus aureus.

 

Artikel und Bilder wurden uns freundlicherweise von Dr. med. Horst Kief, Ludwigshafen zur Verfügung gestellt