Die Kangal-Fisch-Therapie
(auch Knabberfischtherapie genannt)
In dem kleinen Ort Kangal in Südanatolien Türkei, erkannten Menschen, die mit ihrer Schuppenflechte in den damals noch ungefassten See mit schwefelhaltigem Wasser gingen, dass kleine Fische zu ihnen heranschwammen und die Hautschuppen abknabberten.
Verdickungen der Haut wurden dadurch abgetragen und die Betroffenen hatten zwar eine zunächst verbissene Hautoberfläche, die aber sehr schnell heilte, weil die Fische offenbar im Knabbervorgang ein Sekret zur Wundheilung mit einbrachten.
Inzwischen gibt es in Kangal einen regelrechten Kurort - der See ist eingefasst, und die Fische im See vermehren sich aufgrund des guten Nahrungsangebotes prächtig.
Nun kamen Menschen in Deutschland auf den Gedanken, die Knabberfische von Kangal nach Deutschland zu bringen. Dieses ist jedoch zunächst einmal streng verboten!
Die Fische brauchen zum Leben schwefelhaltiges Wasser und oft als "Kangalfische" in Deutschland angebotene Kangalfische sind Schmerlenfische aus dem Nil, seltenst aus Kangal.
Bietet ein Arzt oder Heilpraktiker eine "Kangalfischbehandlung" an, hält er diese Fische im normalen Süßwaser, setzt sie z. B. in die Badewanne - es sind gewiss keine Kangalfische... - diese würden sich im normalen Süßwaser flott auf den Rücken drehen, hätten das "Zeitliche gesegnet".
Die Knabberfischtherapie in Kangal - nun, sie ist gewöhnungsbedürftig.
Die in Deutschland angebotene Behandlung basiert darauf, dass jeder Fisch gern an der Haut herumknabbert. Wer ein Aquarium zu Hause hat, auch einen Gartenteich, erlebt es immer wieder. Hält man die Hand ins Wasser, kommen die Fische herangeschwommen und knabbern an der Haut.
Schmerlenfische machen sogar eine intensive Knabbertherapie, nagen die Haut bis auf das rohe Fleisch, bis eben aufs Blut ab.
Die Gefahr, weil der Fisch ja schon bei einem "anderen Wirt war - weiter zum nächsten Wirt schwimmt und dort knabbert" ist, dass sich Bakterien, Viren und Pilze von einem Wirt auf den anderen Wirt übertragen und dieser Vorgang ist nicht nur als "theoretisch" zu bezeichnen.
Eine mit der Universitätshautklinik Mainz und dem Bundesverband abgegebene Beurteilung diesbezüglich ist identisch, dass sich so auch HIV - und Hepatitis-C-Viren übertragen können.
Nach Erkenntnissen von Ärzten in Kangal haben Psoriasispatienten nach einer intensiven Knabberfischtherapie, die oft mehrere Wochen beansprucht, in aller Regel ca. einen Monat eine Verbesserung der Hautsymptome um die Psoriasis - danach ist in aller Regel der alte Zustand wieder diagnostisch gegeben.
