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die Presse Nicht selten kommen Vertreterinnen und Vertreter der Presse auf unseren Bundesverband zu und möchten für redaktionelle Beiträge Grundsätzliches zum Thema "Neurodermitis" wissen. Wir haben diese Seite eingerichtet, um den Vertreterinnen und Vertretern unserer Medien einen schnellen Überblick zu verschaffen, wie wir die Dinge zur "Neurodermitis" sehen. Interessant ist diese Seite aber auch für Betroffene, denn nachstehend finden sich bestimmt interessante Informationen, gerade für Menschen, die mit Neurodermitis belastet sind! Neurodermitis - eine Krankheit mit vielen Namen. Eine Krankheit, die noch weitgehend unerforscht ist, eine Krankheit mit enormem Leidensdruck für Betroffene - und die gibt es in großer Zahl. Man geht davon aus, dass allein in Deutschland etwa 5 - 6 Mio. Menschen an Neurodermitis erkrankt sind. Fachleute sagen sogar, dass die Zahl der Erkrankten Jahr für Jahr mit einer Zuwachsrate von 7 bis 10 % ansteigt. Die Krankheit wurde früher im Volksmund als "Juckflechte" bezeichnet. Heute wird die Neurodermitis als "endogenes Ekzem", als "atopische Dermatitis", aber auch als "endogene Dermatitis" bezeichnet. Weitere exotische Bezeichnungen möchte ich Ihnen an dieser Stelle ersparen, denn alle Krankheitsnamen, die wir bis heute zusammengetragen haben und die die Neurodermitis anders bezeichnen, haben inzwischen eine Summe von über 30 erreicht. Übrigens geht man, lt. Studie einer großen Ersatzkrankenkasse, sogar davon aus, dass in Deutschland ein Drittel der Bevölkerung inzwischen an Krankheiten wie Neurodermitis, Asthma und Allergien leidet (etwa 27 Mio. Bundesbürger). Was ist Neurodermitis überhaupt? Neurodermitis ist keine Allergie - eine Allergie ist nicht gleichzeitig eine Neurodermitis. Diese wichtige These stellen wir gern an den Anfang, zur Erklärung der Erkrankung. Wir haben hier zunächst zwei völlig verschiedene Krankheitsbilder vor uns, die sich allerdings in den Symptomen oft sehr stark gleichen und nur über eine intensive Diagnose differenziert werden können. Eine Allergiebereitschaft bringt der Mensch mit auf die Welt. Sie ist leicht, sogar unmittelbar nach der Geburt, bzgl. der Veranlagung, diagnostizierbar. Eine Allergiebereitschaft zeigt sich über ein erhöhtes Immunglobulin der Gruppe E (IgE). Ist dieser Wert deutlich erhöht, weist er im Blut darauf hin, dass der Säugling eine allergische Veranlagung hat. Die Untersuchung auf das IgE kann mit Blut aus der Nabelschnur erfolgen. Eine Veranlagung zur Neurodermitis hingegen ist nur aus der Familienanamnese herauszulesen, wenn erste Symptome (beim Säugling der Milchschorf) auftreten. Die eigentliche Neurodermitis ist eine offenbar vererbte Erkrankung im sogenannten "atopischen Formenkreis" - atopisch heißt "seltsam". Formenkreis deshalb, weil bei der Neurodermitis immer wieder beobachtet wird, dass auch andere Krankheitsgeschehnisse auftreten, so u. a. das Asthma, aber auch Nesselsucht und Heuschnupfen. Gerade der "Etagenwechsel" zwischen der neurodermitischen Haut und dem Asthma ist wohl am häufigsten zu beobachten. Neurodermitis zeigt sich auf der Haut. Wobei es klassische Stellen gibt, die dem diagnostizierenden Mediziner helfen, die Krankheit als Neurodermitis zu fixieren. Oft sind es die Arm- und Kniebeugen, die besonders hartnäckig betroffen sind, aber auch Partien im Hals- und Gesichtsbereich. Oft ist auch ein Ganzkörperbefall zu beobachten. Typische Merkmale für eine vorliegende Neurodermitis sind ferner die zu den Schläfen hin sich stark verdünnenden Augenbrauen und ein als "pelzkappenförmig" bezeichneter Haaransatz im Bereich der Stirn. Wie zeigt sich eine Neurodermitis? Neurodermitis geht mit Juckreiz einher. Der Patient wird mit diesem Umstand intensiv belastet, denn er folgt dem Juckreiz durch Kratzattacken und zerstört sich so seine geschlossene Haut. Bakterien, Viren, Pilze und andere Mikroorganismen bekommen so eine offene Tür auf der Haut, um in den Organismus zu gelangen. Nicht selten kommt es auf der neurodermitiszerschundenen Haut wegen dieses Umstandes zu nur schwer beherrschbaren "Superinfektionen". Besonders der oft permanente Juckreiz raubt dem Kranken seinen Schlaf. Leistungsmängel in Schule und Beruf sind oft kausale Folgen. Hinzu kommt natürlich das optisch Sichtbare der Erkrankung. Neurodermitis ist keine Hautkrankheit! Oft sind Betroffene über diese These mehr als erstaunt, aber Tatsache ist, dass die juckende und zerschundene Haut nur das "Endergebnis" eines von innen herauskommenden Krankheitsgeschehnisses ist. Daher ist die Bezeichnung "endogenes Ekzem" eigentlich die richtigere Bezeichnung für Neurodermitis, denn Neurodermitis heißt übersetzt "nervlich bedingte Hautentzündung". Wenn Neurodermitis keine Hauterkrankung ist, was ist sie dann? Wir sagen, die Neurodermitis oder das endogene Ekzem ist eine vererbte Autoimmunerkrankung bei der ernährungsbedingte, immunologische, hormonelle, neurohormonelle und psychosomatische Faktoren die Krankheit auslösen und unterhalten. Wir bezeichnen die Neurodermitis als "unheilbar". Ist Neurodermitis wirklich unheilbar? Auch blaue Augen sind ein vererbter Umstand, der für das Leben des Menschen, auch wenn er lieber braune Augen hätte, ein unabdingbares, vererbtes Mitbringsel ist! Gerade der von uns postulierte Umstand, die Krankheit Neurodermitis als "unheilbar" einzustufen, erschreckt die Betroffenen. Dieses muss nicht sein, denn heute gibt es umfangreiche Therapiemöglichkeiten, auf die Auslösefaktoren der Krankheit, wie unter Top 3 genannt, individuell einzugehen. Nur dann kann der Patient die Chance nutzen, dauerhaft "erscheinungsfrei" um seine Neurodermitis zu werden. Wir haben mit dem Bundesverband Neurodermitiskranker in Deutschland e. V. eine groß angelegte Studie bei 5.000 Mitgliedern durchgeführt und die Verberbung (unter anderem) hinterfragt. 4.680 Befragte (93,6 %) erklärten, dass Krankheiten wie Neurodermitis, Asthma, Heuschnupfen und Nesselsucht schon "ungebetene Gäste" in der Familie waren. Wie sollte eine Neurodermitis behandelt werden? Eine umfangreiche und ausführliche Diagnostik ist zunächst unumgänglich, will man gezielte und kausale Behandlungen einsetzen und nicht nur das Symptom bekämpfen. Besonders der Patient ist in diesem Zusammenhang enorm gefordert, sich und den Verlauf seiner Krankheit zu beobachten, ob beispielsweise Intoleranzen auf bestimmte Nahrungsmittel vorliegen. All seine eigenen Beobachtungen muss er dem Therapeuten schildern. Hat sich die Krankheit nach immunologischen Ausnahmesituationen entwickelt hat (Impfungen / innerliche Behandlung mit Antibiotika etc. pp.)? Der Patient muss erkennen, ob im Verlauf hormoneller Veränderungen das Krankheitsbild wechselt, sich verstärkt oder abmildert (Pubertät / Antibabypille / Schwangerschaft / Stillen / in der Zeit des Eisprunges, vor oder während bzw. nach der Monatsregel / im Klimakterium und oberhalb des 60. Lebensjahres, was wir gern als "Lebensabend der Hormone" bezeichnen). Ist die Psyche immer wieder auslösend? - Auch das muss der Patient beobachten, ob z. B. im Rahmen von Stress-Situationen die Krankheit verstärkt auftritt. Na, das ist ja kompliziert! Richtig! Und es ist natürlich einfacher, die juckende Haut mit cortisonhaltigen Salben und Cremes (Derivaten) zu behandeln, denn dabei tritt der Erfolg um das Nachlassen des Juckreizes und die Regeneration der Haut schnell ein. Setzt man aber diese Wirkstoffderivate wieder ab, kommt es nicht nur schnell wieder zu einem Rezidivierung der Neuroderdermitis, sondern oft zeigt sich die Krankheit stärker als zuvor. Cortison (ganz wichtige Anmerkung) gehört in die Notfallbehandlung und sollte wegen der zu erwartenden Nebenwirkungen nicht als "Dauerindikation" eingesetzt werden. Es ist das ausgezeichnetste Medikament, um dem Patienten schnell zu helfen, ihm seine Nachtruhe wieder zurück zu geben und die Haut abheilen zu lassen. Cortison sollte man nicht mit einer Phobie oder intensiver Ablehnung gegenübertreten, aber andererseits nur nach Rücksprache mit dem Arzt, wegen der zu erwartenden Nebenwirkungen, einsetzen. Nochmals zu den Nebenwirkungen: Kurzzeitiges Anwenden von cortisonhaltigen Salben oder Cremes ist recht unbedenklich. Erst bei einer Dauerbehandlung mit solchen Externas wird sich die Haut anfänglich zunächst verdünnen. Später geschieht das Umgekehrte, nämlich die Haut verdickt (elefantiert) sich. Auch systemische Wirkungen bleiben bei einer Dauerindikation nicht aus, bis hin zu Problemen in den Großgelenken, Osteoporose und auch allergischen Hauterscheinun- gen bei dem Einsatz von Cortisonderivaten. Diese selten erwähnten Nebenwirkungen treten vor allem bei der innerlichen Medikamentation mit Tabletten und Injektionen in Langzeittherapie auf. Eine Ausnahme für eine möglicherweise indizierte Dauertherapie stellt natürlich die Erkrankung "Asthma" dar. Bei diesem lebensbedrohlichen Krankheitsbild kann es wichtig sein, sogar in der Prophylaxe das innerliche Cortison auf ärztlichen Rat hin dauerhaft einzusetzen. "Der Tod sitzt im Darm" (Hippokrates 300 Jahre v. Chr.) Ein vergessenes Organ ist ganz eindeutig unser Darm. Ihm wird oft nur dann Beachtung geschenkt, wenn er bereits erkrankt ist. Ansonsten wird dem Darm von uns Menschen, aber auch vom Arzt, nicht die Bedeutung beigemessen, die ihm unbedingt zu- stehen sollte! Etwa 85 Prozent unseres Immunsystems beherbergt unser Darmsystem, besonders der Dickdarm (das Colon). Beobachtungen über viele Jahre und diverse klinische Stu- dien, haben deutlich gemacht, dass gerade bei Krankheiten wie Neurodermitis, Asthma und Allergien fast alle untersuchten Patienten eine dysbiotische Darmflora aufzeig- ten. Näheres dazu und zu darmsanierdenden Maßnahmen können Sie auf unserer Seite "Welche Rolle spielt der Darm?" nachlesen. Neurodermitis ist, wie sich allein schon aus den knappen vorstehenden Ausführungen ergibt, ein "multifaktorielles Krankheitsgeschehen", dem man mit Monotherapien in aller Regel nur unzureichend beikommen und befriedigende Behandlungsergebnisse er- zielen kann. Gesunde Ernährung, Beachtung der Darmflora, positives Denken, ggf. Autogenes Training, sind Mindestanforderungen, die der Betroffene für sich individuell regeln muss, um einer weiteren ganzheitlichen Behandlung mit schulmedizinischen und naturheilkundlichen Maßnahmen eine Chance zu geben, die Krankheit zu lindern und zu bessern. Die weiteren Seiten unserer Homepage sollten unbedingt gelesen werden. Sie ergänzen diese allgemeine Information zur Neurodermitis. Weitere Informationen können schriftlich, telefonisch oder per E-Mail zu unserer Homepage hier angefordert werden. Bundesverband Neurodermitiskranker in Deutschland e. V. E-Mail: Bvneuro@aol.com oder info@neurodermitis.net
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