Hotline in Koblenz hilft Eltern chronisch kranker Kinder

ADHS, Asthma oder Diabetes: DAK-Experten geben am
26. September Informationen und Tipps zur Bewältigung des Alltags

Jedes vierte Kind leidet an einer chronischen Erkrankung. Das zeigt der neue Kinder- und Jugendreport der DAK-Gesundheit. Ergänzend zur Beratung durch den Kinderarzt bietet die Krankenkasse deshalb am 26. September eine Hotline an. Per Telefon beraten Ärzte und Psychologen besorgte Eltern, deren Kinder eine chronische Erkrankung wie ADHS, Asthma oder Diabetes haben. Die Experten helfen, die gesundheitliche Situation der Kinder besser zu verstehen, und geben Tipps für den Alltag. Das Serviceangebot unter der kostenlosen Rufnummer 0800 1111 841 können Kunden aller Krankenkassen nutzen.

Hochgerechnet sind rund 3,3 Millionen Kinder in Deutschland wegen einer chronischen Erkrankung in ärztlicher Behandlung. Zu den häufigsten Leiden zählen Neurodermitis, Asthma, Allergien und chronisch entzündliche Erkrankungen des Darms. „Eine entsprechende Diagnose ist für Eltern erst einmal ein Schock“, sagt Jürgen Wilhelm, Leiter der DAK-Gesundheit in Koblenz. „Mütter und Väter benötigen Informationen, um alles zu verarbeiten, und Tipps, wie sie mit der Erkrankung ihres Kindes im Alltag am besten umgehen.“ Es gebe auch spezielle Schulungsprogramme auf die die Experten am Telefon hinweisen könnten.

Gut leben trotz einer chronischen Erkrankung: Wie kann das gelingen? Welche Therapiemaßnahmen sind sinnvoll? Wann sollte man den Kindergarten oder die Schule informieren? Wie kann die Familie trotz der Erkrankung gelassen bleiben? Diese und weitere Fragen beantworten die Experten der DAK-Gesundheit am 26. September von 8 bis 20 Uhr. Ausführliche Infos zur Kindergesundheit gibt es im Internet:

www.dak.de/kindergesundheit

Kopierte Medikamente: Billiger Abklatsch oder sichere Alternative?

KKH-Apotheker Sven Seißelberg erläutert die wichtigsten Fakten zu Generika

Billiger Abklatsch des Originals, weniger wirkungsvoll, minderwertige Qualität: Generika haben nicht immer den besten Ruf. Durch den Arzneimittelskandal um den blutdrucksenkenden Wirkstoff Valsartan sind die Nachahmer-Medikamente derzeit wieder verstärkt in der öffentlichen Diskussion. Mit einem Anteil von mittlerweile 78 Prozent decken Generika laut Statista 2017 aber den Großteil der Arzneimittelversorgung in Deutschland ab. Da lohnt sich ein genauerer Blick: KKH-Apotheker Sven Seißelberg erläutert, ob die Zweifel vieler Patienten gegenüber den Ersatzpräparaten wirklich begründet sind:

Was genau sind Generika?
Generika sind Wirkstoffkopien von Original-Arzneimitteln, deren Patentschutz abgelaufen ist. Dann dürfen auch andere Pharmakonzerne Medikamente mit dem gleichen Wirkstoff unter anderem Namen herstellen.

Die Nachahmer sind deutlich billiger als das Original. Aber sind sie deshalb auch weniger gut?
Generika-Hersteller können ihre Präparate unter anderem deshalb so preiswert anbieten, weil sie diese nicht noch einmal komplett neu entwickeln müssen und so erheblich bei den Kosten für die Forschung sparen. Ist der Patentschutz für ein Arzneimittel erloschen, bieten auch häufig mehrere Hersteller das entsprechende Generikum gleichzeitig an. Das führt zu einem Wettbewerb und damit ebenfalls zu günstigen Preisen. Einige Patienten tun sich schwer mit Generika, weil sie an der Wirkung zweifeln. Diese Sorge ist aber unbegründet. Wie für die Originalmedikamente gelten auch für die Kopien strenge Zulassungsverfahren hinsichtlich Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität: Die Hersteller müssen bei staatlichen Zulassungsbehörden wie dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) unter anderem nachweisen, dass das Präparat dem Original entspricht.

Was genau unterscheidet die Kopien vom Original?
Generika enthalten die gleichen Wirkstoffe in gleicher Menge wie die Originalpräparate. Das Herstellungsverfahren und die Zusammensetzung der Hilfsstoffe können sich jedoch unterscheiden. Dazu gehören zum Beispiel Füllstoffe wie Milchzucker und Bindemittel wie Stärke, die den Medikamenten ihre Form und Konsistenz geben. Die pharmazeutische Qualität und Wirksamkeit darf aber nicht beeinträchtigt werden.

Habe ich als Patient einen Vorteil, wenn mir der Arzt ein Generikum verschreibt?
Patienten haben die gleiche Therapiesicherheit wie beim Originalmedikament. Durch die günstigen Preise von Generika können die Krankenkassen außerdem bei den Arzneimittelkosten sparen und dadurch ihre Beiträge stabil halten. Die Kassen haben mit vielen Arzneimittelunternehmen Rabattverträge geschlossen. Dabei gewähren die Hersteller Nachlass auf bestimmte Präparate.

Und wenn ein Patient ein kopiertes Medikament nicht verträgt?
Wenn ein Patient den Eindruck hat, dass ein Generikum bei ihm schlechter wirkt oder er es nicht verträgt, sollte er darüber in jedem Fall mit seinem Arzt sprechen. Dieser entscheidet, ob ein anderes Generikum oder das Originalmedikament gegeben wird und teilt dies dem Apotheker mit Hilfe des Aut-idem-Feldes auf dem Rezept mit. Aut idem ist lateinisch und bedeutet „oder das Gleiche“. Wenn der Arzt dieses Feld auf dem Rezept durchstreicht, dann muss der Apotheker dem Patienten exakt das verschriebene Originalpräparat aushändigen.

Mit freundlichen Grüßen
KKH Kaufmännische Krankenkasse